Vor über eineinhalb Jahren…

Ich mache mir gerne so meine Gedanken über das Leben im Allgemeinen und Besonderen. Noch lieber schreibe ich darüber. Nicht, dass ich glaube, dass das gerne jemand liest. Aber Schreiben hat oftmals so eine reinigende Wirkung. Man ärgert sich weniger, hat den Kopf frei für anderen Quatsch und schläft ruhiger.

Diesen ersten Blog-Beitrag habe ich vor rund eineinhalb Jahren geschrieben. Damals wie heute war und ist das mit dem Schlafen so eine Sache. Denn damals war ich seit genau sieben Wochen und zwei Tagen die Mutter von Karla. Genau genommen heißt sie Karla Lotta. Und mit Nachnamen heißt sie Heling, wie ihr Papa. Der will mir seit unserer Hochzeit für genau 21 Euro Verwaltungsgebühr einen neuen Nachnamen kaufen, nämlich Heling und den gegen meinen aktuellen Namen, nämlich Hoff, eintauschen. Aber das will ich nicht. Und eigentlich meint er das auch nicht wirklich ernst. Über diese ganze Nachnamen-Geschichte, Emanzipation und Feminismus in der Ehe, Kinderkriegen, schwanger sein und warum es nirgends schöne Beileidskarten zu kaufen gibt, sollte es mal auf diesen Seiten gehen.

Inzwischen ist Karla ein Jahr und acht Monate alt und das Kinder-kriegen-Thema nicht mehr eine ganz so große Sache. Das Kinder haben schon eher, die Sache mit dem Schlafen auch und das Kinder-haben-und-arbeiten prägt mein Dasein von morgens bis abends. Das ist auch ein Grund, warum das mit dem Blog und einer Seite im Netz über mich so lange gedauert hat. Es bleibt wenig Zeit nachdem man das Kind in die Kita gebracht, vormittags Arbeits-, abends private Emails beantwortet, zwischendurch drei Sätze mit seinem Partner gewechselt, hin und wieder seinem Hobby gefrönt, das obligatorische Wochentelefonat mit seiner Mutter geführt und den Großeinkauf hinter sich gebracht hat.

Zugegebenermaßen habe ich mir nicht die Mühe gemacht, das Internet nach bereits vorhandenen Blogs zu eben diesem Themenkomplex zu durchforsten. Ich schreibe einfach mal munter drauf los, merkt ja eh keiner bei dieser unfassbaren Flut an Selbstdarstellungen in dieser unfassbar unübersichtlichen Welt des Internets.

Und ich kann heute Nacht endlich mal ruhiger mein Kind vom Elternbett ins Kinderbett zurücktragen. Wenn ich auch nicht schlafen kann. Ich habe endlich diesen ersten Blog-Eintrag veröffentlicht. Nach über eineinhalb Jahren.