Arbeitsgrundlagen

Meine Arbeit ist geprägt von zwei elementaren Wirkungskreisen: Von der politischen Bildung und der systemischen Beratung. In beiden Fällen ist das zentrale Anliegen, das Bewusstsein der Indiviuuen für ihren eignen Handlungsspielraum zu erhöhen – sei es im gesellschaftlichen oder im persönlichen/beruflichen Kontext. In beiden Fällen besteht meine Rolle darin, Angebote zu schaffen. Angebote, um Verständnis für gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu erhöhen, in denen wir alle agieren. Angebote, um das Verständnis für persönliche oder berufliche Systeme zu erhöhen, in die wir jeweils eingebunden sind.

Meine Haltung in beiden Sphären ist allparteilich: Ich möchte einladen zum Perspektivenwechsel und den Boden bereiten für einen konstruktiven und wertschätzenden Austausch. Zentral dabei ist selbstverständlich, dass die Allparteilichkeit an der Stelle endet, an der demokratische Werte gefährdet und Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Hilfreiche Definitionen zu meinen Arbeitskontexten bieten Franz Neumann zum Stichwort „Politische Bildung“ und der ISFT Magdeburg e.V. – Institut für systemische Forschung, Therapie und Beratung zum Stichwort „Systemisches Denken“.

Politische Bildung

Politische Bildung hat die Aufgabe, die Menschen zu befähigen, dass sie ihren gesellschaftlichen Standort und ihre Interessen erkennen und über politische Probleme urteilen und dann handeln können. Dazu ist es erforderlich, die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Prozesse und Strukturen zu durchschauen, den Zusammenhang zwischen Interessen und Politik und die Funktion von Ideologien aufzudecken.

Ziel Politischer Bildung ist kritisches Bewusstsein, selbstständiges Urteil und politisches Engagement.

Voraussetzung für demokratisches Engagement ist, dass dem Bürger [der Bürgerin] die Zusammenhänge zwischen individuellem Schicksal und gesellschaftlichen Prozessen und Strukturen bewusstwerden. Politisches Bewusstsein bildet sich im Erkennen der eigenen Interessen und im Erfahren der gesellschaftlichen Konflikte und der Herrschaftsverhältnisse. Der politisch bewusste und aufgeklärte Mensch soll nicht erleidendes Objekt der Politik sein, sondern als Subjekt in die Politik eingreifen.

Daher kann Politische Bildung nicht nur „Staatsbürgerkunde“ sein und überkommene Ordnungen und Werte, Autoritäten und Traditionen, Vorurteile und Ideologien unhinterbefragt lassen; keine bloße Erziehung zur „Partnerschaft“, denn sie überdeckt soziale Ungleichheiten und verstellt den Blick auf die Interessen als Ursachen gesellschaftlicher Konflikte. Ein derartig reduziertes Verständnis von Politischer Bildung trägt dazu bei, dass gesellschaftliche Wirklichkeit insgesamt mehr verschleiert als erhellt wird.

Politische Bildung muss auch mehr sein als Vermittlung von Faktenwissen. Kenntnisse über Institutionen, Organisationen, Gesetze und Verfassungen sind aber notwendig, um die Struktur politischer Prozesse und die Mechanismen der Herrschaft zu erkennen. […]

Inhalte und Ziele Politischer Bildung sind immer und überall bestimmt durch die Vorstellung derjenigen, die sie betreiben. Politische Bildung als Veranstaltung der Schule, gesellschaftlicher Gruppen, der Massenmedien und des Staates ist selbst ein Mittel der Politik. Diese Einbindung muss Politische Bildung offenlegen. Sie darf die Lernenden auch nicht im Sinne erwünschter Meinungen überwältigen. Deshalb muss das, was in der Politik und in den Sozialwissenschaften kontrovers ist, auch in der Politischen Bildung kontrovers thematisiert werden, sonst würde die Grenze zur Indoktrination überschritten und die Gewinnung eines selbstständigen Urteils verhindert werden. […]

(Quelle: Gesellschaft und Staat. Lexikon der Politik. „Statt eines Vorwortes“, von Franz Neumann, 10. Auflage 2003)

Systemisches Denken

Systemisches Denken und Handeln ist in der Beratung ein “genetischer Überlebensvorteil”, denn einen großen Teil unseres Lebens verbringen wir in Organisationen. Unser beruflicher Erfolg ist eng an die Kultur jener Organisation geknüpft, in der wir Wurzeln bilden und in der wir mit anderen Menschen zusammen Aufgaben lösen und Projekte umsetzen.

Gleichermaßen braucht jede Form von persönlicher Entwicklung eine feste Verankerung in eigenen “Systemen” (Familie, Freunde, Interessengemeinschaften etc.) sowie die Kraft und Erfahrung der eigenen Lebensgeschichte samt einer Zukunftsvision.

Die Perspektive des systemisches Denkens sieht den einzelnen Menschen daher variabel verknüpft mit vielen anderen Menschen und Systemen, betrachtet deren aktiven Austausch sowie Möglichkeiten und Grenzen der bestehenden Rahmenbedingungen: Familie – Team – Organisation – Gesellschaft.

(Quelle: http://www.isft-magdeburg.de)

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